Nach einigen Beschwerden per E-mail, das ich gar nichts von mir hören lasse, nun also nach fast einem Monat wieder mal ein neuer Bericht!
Es geht mir weiterhin sehr gut hier in Reading!
Ich muss inzwischen nicht mehr kochen zweimal die Woche sondern koche nur noch wenn Esther lange arbeitet bzw. nicht da ist!
Das verschafft mir doch einiges an Erleichterung, da wir mangels Platz im Kühlschrank für jede warme Mahlzeit im Prinzip neu einkaufen müssen und das bedeutet halt auch immer vorher einkaufen usw. und das nimmt auch viel Zeit. Jetzt denken bestimmt einige von euch "die alte soll sich mal nicht so anstellen", aber würde ich woanders wohnen koennte ich im zweifelsfall zumindest immer für zwei Ta
Die Arbeit macht mir weiterhin Spaß und ich bekomme mehr und mehr Verantwortung!
Ich mache jetzt immer die Session mit einem Klienten in der Verwaltung alleine, wo der Klient Zettel schreddert und Poststempel auf Umschläge klebt. Außerdem hab ich ein bis zwei Kochsessions alleine und mache jetzt manchmal auch kleine administratorische Angelegenheiten, wie z.B. Quittungsbücher führen oder in die Ordner der jeweiligen Klienten zu schreiben, wie sie sich in den Sessions verhalten haben.
Ansonsten spiele ich weiter fleißig Basketball und bin durchaus recht erfolgreich (auch wenn wir bisher nur verloren haben, aber auf meine eigene Leistung bezogen!)
So hatten wir letztes Wochenende ein Spiel in London, bei dem zwei andere deutsche Freiwillige die auch in London wohnen, zugeschau
Es ist zwar schon ganz gut wenn man in einer Gastfamilie wohnt, weil man halt schon immer jemanden hat, den man bei irgendwelchen Problemen fragen kann und man ist halt nicht komplett auf sich alleine gestellt, aber jetzt wo ich mich ganz gut eingelebt habe, gehen sie mir doch manchmal auf die Nerven mit ihren tausend Regeln die sie fast alle selber nicht einhalten, gerade was die Küche und das Kochen betrifft!Aber ansonsten sind sie ganz nett und wenn man wirklich ein Problem hat kann auch echt auf sie zählen!
Am letzten Sonntag, dem 8.November war hier Rememberance Sunday, wo die ganze Nation der Kriegsopfer der Weltkriege, aber auch der Kriege in der jüngeren Vergangenheit gedenkt (z.B. Afghanistan oder Irak). An diesem Sonntag gibt es in allen Städten total viele Kriegsveteranen-Paraden oder Militärparaden und diverse öffentliche Gedenkfeiern.
Ich war an jenem Sonntag ja in London, wo das ganze besonders sichtbar ist und ich fand es schon beeindruckend wie viel Nationalstolz die Engländer besitzen und ich glaube das ein bisschen Nationalstolz auch Deutschland gut tun würde, denn auch wenn wir eine total furchtbare Vergangenheit haben als Nation, so denke ich doch das Deutschland nicht von grund auf schlecht ist, zumal meine Generation die NS-Zeit ja nur aus dem Geschichtsunterricht und evtl. aus Erzählungen der Großeltern kennen und es gibt schon auch Dinge und Traditionen auf die wir stolz sein können denke ich!
Auf jeden Fall tragen die Engländer in dieser Gedenkwoche sog. "Poppys". Poppy heißt übersetzt Mohn und demzufolge sind Poppys auch kleine rote Papierblumen die man sich mit ner Stecknadel an der Jacke, Tasche oder auch am Auto festmachen kann(wobei man da wohl mehr braucht als ne Stecknadel). Diese Poppys werden dann getragen bis zum 11.11. weil an jenem Tag der Friedensvertrag vom 1.Weltkrieg unterzeichnet wurde und zwar um 11 Uhr. Das ist total "strange" denn wo es in England eine Schweigeminute gibt um den Gefallenen zu gedenken und damit die Rememberance Week zu beenden, wird auf der anderen Seite der Nordsee die Karnevalszeit eingeläutet...komisch ist die Welt! Aber das hat mich irgendwie traurig gemacht, das die Engländer die Rememberance Week so zelebrieren, denn es hat mir deutlich gemacht, das wir in Deutschland nicht über die Kriege sprechen und sie totschweigen, auch wenn man das Thema mehr als einmal im Unterricht durchnimmt und die Generation die noch irgendwie etwas mit dem Krieg zu tun hat mehr und mehr aussstirbt.
Aber bis man darüber öffentlich redet und diesen Teil der Geschichte annimmt ist es wohl noch ein langer Weg, wenn sich überhaupt ein Weg findet.
Um wieder zu einem etwas heiteren Thema zu kommen, wollte ich noch erzählen das ich hier bei einer Bonfire Night gewesen bin, von der babtistischen Kirche aus in die ich auch montags immer gehe zu "International Biblestudies" bei der man bei Tee und Keksen mit Menschen aus aller Welt über den Sinn und Unsinn p
Wie dem auch sei das Bonfire war echt cool!
Wir waren auf einem abgelegenem Bauernhof und es gab Suppe und Burger und Hotdogs, aber es war trotzdem schweinekalt.
Dann wurde eine ganz tolles Feuerwerk angezündet und das eigentliche Bonfire ist ein großes Lagerfeuer, wie das Osterfeuer in Deutschland. Ich war den ganzen Abend mit Ann zusammen einer Chinesin die ich auch schon von International Biblestudies kannte und einer Freundin von ihr, das war echt total nett und ein schöner Abend!
Mit der Bonfire Night feiert man das Guy Fawkes Versuch das englische Parlament abzufackeln, erfolgreich abgewehrt wurde. Vor dem Bonfire-Event war noch Judioth hier eine aus Hamburg stammende deutsch Freiwillige die ihren Freiwilligendienst in London verbringt. Das war total schön, sie war der erste Besuch für mich hier in Reading und ich hab mich total gefreut das sie da war!Wir haben uns Reading angeschaut und einen der Parks in Reading wo ein großer Löwe aus Marmor steht, ebenfalls als Kriegsdenkmal, und der Künstler der diesen Löwen erbaut hat, hat leider die Füße des laufenden
Ich hab mir leider Conditioner statt Haarshampoo gekauft und jetzt muss ich mir nochmal die Haare waschen, mit dem richtigen Shampoo!!!
Ich hoffe euch hat mein kleiner Bericht gefallen und ich hoffe der nächste kommt schneller...aber versprechen kann und will ich nichts!!!!
Liebe Grüße an euch alle eure Felicitas